... es wird einmal ein Wunder gescheh'n

Seit acht Jahren gibt es die Lesung von und mit Elia van Scirouvsky mit dem Titel: „... es wird einmal ein Wunder gescheh‘n“.
Mit seinem dritten festen Lesungsprogramm stellt Elia van Scirouvsky hauptsächlich seine Lyrik aus seinem vierten Buch „Rückkehr“ vor, dessen Inhalt weitaus weniger düster ist, als bei den vorherigen drei Büchern, deshalb ist auch der Name der Lesung Programm. Neben einigen Liebesgedichten findet sich Lyrik philosophischer Natur, aber es sind auch zwei, drei Gedichte anderer Lyriker mit in das neue Programm eingeflossen. Ähnlich der ersten Lesung „VANITAS – Bilder der Vergänglichkeit“ nutzt Elia wieder theatralische Elemente, er trägt die Gedichte frei vor, er spielt sie, er inszeniert sie und kann so viel intensiver dem Publikum seine Gedanken vermitteln. Auch kommen wieder eigens zu den Gedichten gemachte Dias zum Einsatz, doch sind diese zum Teil bewusst gegensätzlich zur Aussage des Textes gehalten. Es ist ein leichter Ansatz des epischen Theaters, der Kontrast soll Strukturen des Zusammenhanges von Gesehenem und Gehörtem aufbrechen. Doch dies ist nur ein Aspekt der künstlerischen Arbeit, ebenso schafft es Elia van Scirouvsky wieder Klischees aufzubauen und auszureizen, sind es doch aber letztendlich Klischees die nur durch ihre reelle Existenz ihre Daseinsberechtigung erhalten. Aufgelockert wird die zirka 50minütige Performance durch kleine musikalische Einspielungen, welche dem Zuschauer kurze geistige Verschnaufpausen einräumen.
Elia bei der Lesung "Es wird einmal ein Wunder gescheh'n"
Zu diesem Programm wurde speziell ein neues Motiv geschaffen, welches nach der Idee von Elia van Scirouvsky durch das Photoatelier Schmidt in Olbernhau photographisch und technisch umgesetzt wurde.
Die blaue Blume ist zentrales Motiv in „Heinrich von Ofterdingen“ von Novalis (Friedrich von Hardenberg) und wurde allgemein zum Symbol der literarischen Epoche der Romantik. Die blaue Blume ist ein Ausdruck für die Sehnsucht nach dem Unendlichen und hat so gerade in der jüngeren Lyrik von Elia Bedeutung erlangt, in der religiös-mystische und philosophische Aspekte der Weltbetrachtung verarbeitet wurden.
Und wer sich über den Titel des neuen Programms wundert, ja, es ist aus einem Lied von Zarah Leander, welches mitunter als Durchhaltelied der Nazis interpretiert wurde, doch haben es sicherlich die Leander und ihr Textdichter Bruno Balz, ein zeitweise von der Gestapo verfolgter Homosexueller, anders gemeint. Der Pathos und der textliche Inhalt des Liedes geben der Gesamtheit des künstlerischen Ausdrucks der Lesung eine passende Überschrift.